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Zwischen dem 15. und dem 20. Jahrhundert, wetteiferten
zwei große Reiche um die politische und
wirtschaftliche Vorherrschaft in Zentraleuropa:
Das Habsburger Reich und das Ottomanische Reich.
Wien, die Hauptstadt des Habsburgischen Reiches
war das Juwel, dass die islamisch-türkischen
Konkurrenten unbedingt einnehmen wollten.
1683 verließ eine 300.000 Mann starke türkische
Armee, geführt von Pasha Kara Mustafa, die
hohe Pforte in Istanbul, marschierte nach Wien
und belagerte die kaiserliche Hauptstadt. Die
belagerte Stadt wurde von 25.000 Türkenzelten
umringt.
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Ein Großteil Mitteluropas lag unter der
Herrschaft des Sultans. Der Belagerungszustand
wurde immer schlimmer für die Einwohner Wiens.
Die Stadtväter beschlossen daher eine Mitteilung
per Kundschafter an die katholische Entsatzarmee,
die vom Polen König Sobieski geführt
wurde und auf den Hügeln westlich der Stadt
lagerte, zu senden.
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Der gebürtige Pole, Georg Kolschitzky, war
der Überbringer der ganannten Mitteilung.
Kolschitzky war ein Abenteurer der in den türkischen
Ländern weit gereist war und oft seine Dienste
als Übersetzer anbot. Seine detailierte Kenntnisse
der türkischen Sprache und Lebensgewohnheiten
erlaubten ihm seine Dienste als Kundschafter an
die Wiener Stadtväter anzubieten. Kolschitzky
lieferte Aufklärungsinformationen indem er
sich mit seinem Diener Milhailovich, beide in
orientalischer Verkleidung, im türkischen
Zeltlager nordwestlich der Stadt aufhielt.
Die Nachricht an die katholische Armee hatte nicht
nur die ausweglose Situation Wiens zum Inhalt
sondern auch detailierte Informationen über
die Dispositionen der feindlichen Truppen. Die
Befreier überraschten die türkischen
Belagerer und eroberten Wien. Die türkische
Armee zog sich Richtung Osten zurück.
Somit wurde die Belagerung aufgehoben, und nachdem
die Krise vorbei war fragten die Stadtväter
Kolschitzky welche Entlohnung er sich vorstellte.
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Die Türken, die das Trinken und Zubereiten
von Kaffee beherrschten, ließen Säcke
grüner Kaffeebohnen bei ihrer Flucht zurück.
Die Wiener Bevölkerung, für die Kaffee
unbekannt war, hielt diese Bohnen für Kamelfutter.
Der schlaue Kolschinsky, der allein den wirklichen
Wert dieser Bohnen kannte, verlangte nur die Säcke
des "Kamelfutters" die von den abziehenden
Türken zurück gelassen wurden. Die Vorzüge,
Röst, Mahl, und Zubereitungsmethoden lernte
er während seiner Reisen im Osten kennen.
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Mit diesen Bohnen eröffnete er Wiens erstes
Kaffehaus, "Kolschitzky's Café". Von diesen bescheidenen
Anfängen wurde das Kaffeetrinken in Wien
bis zum heutigen Tag immer beliebter. Ein Ölgemälde
von "Kolschitzky's Café" hängt im Sitzungszimmer
von Julius Meinl in Wien.
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